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Josef Baumann

(1877 – 1963)

Josef Baumann wurde am 23. Januar 1877 in Fleischwangen geboren. Nach seinem im Jahr 1911 mit dem Lucas-Preis erfolgreich abgeschlossenen Studium am Pomologischen Institut in Reutlingen, kam er anlässlich der Abstinenzler-Tagung 1912 in Freiburg erstmals mit der gärungslosen Früchteverwertung in Berührung. Diese Tagung sollte für ihn die vielleicht entscheidende Wendung seines Lebens bringen, nämlich die gärungslose Früchteverwertung ohne Konservierungsstoffe in Deutschland einzuführen und weiterzuentwickeln. Auf dem Umweg über Freiburg wurde er 1927 in Ober-Erlenbach von Prof. Dr. Immanuel Gonser zur Einrichtung und Leitung der Lehr- und Versuchsanstalt für gärungslose Früchteverwertung berufen. Gonser überließ Baumann eine heruntergekommene Mühle in Ober-Erlenbach, die Baumann zum Ausbildungszentrum der Fruchtsaftindustrie aufbaute.

Der „Vater des Fruchtsafts“ baute verschiedene Obstsorten an, um deren Tauglichkeit für die Saftherstellung zu testen, er experimentierte mit unterschiedlichen Verfahren zur maschinellen Verarbeitung und Haltbarmachung von Früchten und entwickelte die legendäre „Baumann-Glocke“ (eine Entkeimungsapparatur), die weltweit vertrieben wurde. Im Jahr 1930 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift „Gärungslose Früchteverwertung“ – die Vorgängerzeitschrift der Fachzeitschrift FLÜSSIGES OBST - herausgegeben von Prof. Dr. Kochs, Baumann und Dr. Polzer. Im Jahr 1952 wurde Baumann mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Prof. Dr. Immanuel Gonser

Prof. Dr. Immanuel Gonser

(1865 - 1941)

Immanuel Gonser wurde am 19. November 1865 in Stuttgart geboren. Er wurde als evangelischer Theologe im Tübinger Stift ausgebildet, war Hauslehrer im Baltikum und bekleidete 1892 – 1903 mehrere Pfarrstellen.

1903 wurde er hauptberuflicher Direktor des „Deutschen Vereins gegen den Missbrauch geistiger Getränke“ in Berlin, der 1921 mit der „Reichshauptstelle gegen Alkoholismus“ gekoppelt wurde. Gonser organisierte in dieser Position im großen Stil die Bekämpfung des Alkoholismus unter anderem durch Organisation einer Zusammenarbeit mit den Behörden, Schaffung organisierter Trinkerhilfen, Sammlung wissenschaftlichen Materials und volkstümlicher Anschauungsmittel über die Trunksucht sowie durch Begründung eines Verlages, in dem einige alkoholgegnerische Periodika und zahlreiche Flugschriften, Merkblätter, Plakate usw. erschienen. Er war außerdem Mitbegründer des „Internationalen Vereins gegen Alkoholismus“ (1906).

Im Jahr 1927 beauftragte er Josef Baumann mit der Einrichtung und Leitung einer „Lehr- und Versuchsanstalt für gärungslose Früchteverwertung“ in Ober-Erlenbach. Er leistete eine großangelegte Aufklärungs- und Organisationsarbeit im Sinne der Mäßigkeitsbewegung.

Seine Verdienste um die Volkshygiene wurden durch die Berufung in den Reichsgesundheitsrat und den preußischen Landesgesundheitsrat gewürdigt. 1937 trat er in den Ruhestand.